Ein Mehrfamilienhaus im Geraer Stadtteil Bieblach, auf halber Höhe des Hanges, der zum Weißen Elster-Tal abfällt. Der Bauherr hatte mit Setzungen gerechnet, aber nicht in dem Ausmaß. Erst die bodenmechanische Untersuchung zeigte, dass unter der feinsandigen Deckschicht eine wasserführende Schlufflinse lag. Genau das ist der Punkt: In Gera wechseln die quartären Talsedimente auf kürzester Distanz. Ohne belastbare Kennwerte aus Labor und Feld ist jede Gründungsprognose eine Wette. Wir führen die bodenmechanische Untersuchung nach DIN EN 1997-2 durch und ergänzen sie bei Bedarf mit der SPT Bohrung, um die Lagerungsdichte in Tiefen zu bestimmen, wo die Schürfgrube nicht mehr ausreicht.
In Gera bestimmen nicht die Bodenschichten den Aufwand – sondern ihr unvorhersehbarer Wechsel auf wenigen Metern.
Unser Ansatz
Standortspezifische Faktoren
Die Talsohle der Weißen Elster im Stadtgebiet Gera ist geprägt von holozänen Auelehmen über pleistozänen Schottern. Der mittlere Grundwasserflurabstand liegt bei nur 1,5 bis 3,5 Metern. Das bedeutet: Jede Baugrube, die tiefer als 2 Meter reicht, schneidet den Grundwasserleiter an. Ohne eine bodenmechanische Untersuchung, die den kf-Wert und die effektiven Spannungsparameter liefert, wird die Wasserhaltung zur Lotterie. Noch kritischer sind die Prallhänge östlich des Flusses. Hier treffen residuale Tonsteine des Rotliegenden auf Verwitterungslehm – eine Mischung, die bei Wasserzutritt rasch an Scherfestigkeit verliert. Das Laborprogramm muss hier zwingend den Triaxialversuch unter gesättigten Bedingungen einschließen.
Normativer Rahmen
DIN EN 1997-2:2010-10 (Eurocode 7: Baugrund, Teil 2), DIN EN ISO 17892-4:2017-04 (Korngrößenverteilung), DIN EN ISO 17892-9:2018-07 (Triaxialversuch), DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen), DIN EN ISO 22475-1:2021-09 (Probenentnahme)
Weitere Fachleistungen
Dokumentierte Probenentnahme
Entnahme gestörter und ungestörter Proben nach DIN EN ISO 22475-1. Der Entnahmezylinder wird sofort paraffiniert, damit die natürliche Wasserspannung bis zur Prüfung erhalten bleibt.
Klassifikationsversuche
Bestimmung der Korngrößenlinie und der Atterberg-Grenzen. Diese Basisparameter sind Pflicht für jede Baugrundbeurteilung nach DIN 4020.
Scherfestigkeit und Setzung
Triaxial- und Ödometerversuche. Die Ergebnisse liefern die Eingangsgrößen für Standsicherheits- und Setzungsberechnungen nach EC7.
Geotechnischer Bericht
Zusammenfassung aller Kennwerte, Homogenbereiche und Gründungsempfehlungen. Inklusive Plausibilitätsprüfung und Abgleich mit regionalen Erfahrungswerten.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Wann reicht eine Schürfgrube, wann brauche ich eine Bohrung für die bodenmechanische Untersuchung?
Für Einfamilienhäuser auf ebenem Gelände in Gera genügt oft die Schürfgrube bis 2,5 Meter Tiefe. Sobald eine Unterkellerung geplant ist oder der Baugrund in den Niederungen der Weißen Elster liegt, empfehlen wir eine SPT-Bohrung bis 6 Meter, um die Schotterbasis sicher zu erreichen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine bodenmechanische Untersuchung in Gera rechnen?
Ein komplettes Paket mit Schürfgrube, Probenentnahme und Laborprogramm (Klassifikation plus Triaxial- und Ödometerversuch) liegt je nach Schichtanzahl zwischen €2.800 und €4.080. Der geotechnische Bericht ist darin enthalten.
Wie lange dauert das Laborprogramm?
Die Klassifikationsversuche liegen nach 3 bis 5 Werktagen vor. Der Ödometerversuch benötigt pro Laststufe 24 Stunden, der Triaxialversuch etwa 7 Tage. Ein vollständiger Prüfbericht ist daher nach 10 bis 14 Werktagen lieferbar.
