Die Norm DIN EN 1997-2 schreibt für jedes Bauvorhaben eine direkte Baugrunderkundung vor. In Gera ist das nicht nur eine Formsache. Der Untergrund hier ist geprägt vom Buntsandstein des Thüringer Beckens, überlagert von quartären Lockersedimenten aus Hanglehm und Flussschottern der Weißen Elster. Was auf dem Papier homogen aussieht, zeigt sich im Aufschluss oft völlig anders. Deshalb setzen wir von Anfang an auf die Schürfgrube. Sie liefert ein unverfälschtes Bild der tatsächlichen Schichtenfolge, bevor schwere Bohrtechnik anrückt. Gerade in Hanglagen wie in Untermhaus oder Debschwitz kann die Verwitterungszone des Sandsteins stark variieren. Eine sauber angelegte Sondierbohrung ist hier der erste Schritt zu einer sicheren Gründungsempfehlung. Wir dokumentieren jede Schicht vor Ort und ergänzen die Ansprache mit gestörten und ungestörten Proben fürs Labor.
Die Schürfgrube ist der ehrlichste Aufschluss – was man im Profil sieht, lässt sich nicht wegdiskutieren. In Geras heterogenem Baugrund ist sie unverzichtbar.
Unser Ansatz
Standortspezifische Faktoren
Vergleicht man die Aue der Weißen Elster nahe dem Hofwiesenpark mit den Hängen von Bieblach-Ost, liegen Welten im Baugrund. In der Talaue treffen wir auf organische Weichschichten und hoch anstehendes Grundwasser. Eine dort nicht erkundete Schürfgrube birgt das Risiko von unerwarteten Setzungen und Baugrubenzuflüssen. In Bieblach-Ost hingegen dominiert residualer Verwitterungslehm über klüftigem Sandstein. Wird die Mächtigkeit dieser Lehmschicht falsch eingeschätzt, gründet man teils im verwitterten, teils im festen Fels – ein klassischer Fall für Differenzsetzungen. Die Schürfgrube deckt diesen Wechsel auf, bevor die Bodenplatte betoniert ist. Auch alte Bergbauhohlräume aus dem Uranerzbergbau der SDAG Wismut im Süden Geras sind ein Thema; ihre Erkundung beginnt oft mit der präzisen Profilaufnahme im offenen Schurf.
Erklärvideo
Normativer Rahmen
DIN EN 1997-2:2010 (Eurocode 7 – Erkundung und Untersuchung), DIN 4024:2020-03 (Baugrund – Erkundung durch Schürfe und Bohrungen), DIN EN ISO 14688-1:2020 (Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden)
Weitere Fachleistungen
Schürfgrubenaushub und Profilaufnahme
Maschineller Aushub mit Tieflöffel, manuelle Feinschürfung, Sicherung nach DIN 4124 und detaillierte geologische Aufnahme jedes Horizonts durch unseren Ingenieurgeologen.
Rammsondierung an der Grubensohle
DPL-Sondierung direkt im Schurf zur Ermittlung der Lagerungsdichte und Konsistenz unterhalb der Aufschlussohle, Messprotokoll mit Schlagzahlen über die Tiefe.
Bodenmechanische Laborversuche
Bestimmung von Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen, Wassergehalt und Glühverlust an den aus der Schürfgrube entnommenen Proben im akkreditierten Labor.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Wann ist eine Schürfgrube in Gera einer Rammkernsondierung vorzuziehen?
Immer wenn die Schichtung komplex ist, etwa in den Hanglehmgebieten oder auf verfüllten Grundstücken. Die Schürfgrube legt die Struktur auf ganzer Breite offen, während eine Bohrung nur einen punktuellen Schnitt zeigt. Bei Verdacht auf große Blöcke oder alte Fundamente im Untergrund ist der offene Schurf die sicherere Wahl.
Was kostet eine Schürfgrube in Gera inklusive Protokoll?
Für eine Schürfgrube mit maschinellem Aushub, fachlicher Profilaufnahme und Fotodokumentation liegen die Kosten typischerweise zwischen €430 und €800, abhängig von Tiefe, Verbauaufwand und Probenanzahl. Bei beengten innerstädtischen Verhältnissen oder zusätzlichen Rammsondierungen kann der Aufwand entsprechend steigen.
Wie tief können Sie im Stadtgebiet von Gera einen Schurf anlegen?
Mit unserer Standardausrüstung erreichen wir 4,0 m. In Ausnahmefällen und mit abgestimmtem Verbau sind 4,5 m möglich. Das deckt die meisten Gründungstiefen für Ein- und Mehrfamilienhäuser in Gera ab. Tiefer reichende Aufschlüsse realisieren wir dann mit einer ergänzenden SPT-Bohrung.
Wie lange dauert es, bis das Aufschlussprotokoll vorliegt?
Das vollständige Protokoll mit Schichtenverzeichnis, Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688-1, Rammdiagrammen und Fotodokumentation erhalten Sie in der Regel innerhalb von drei Werktagen nach dem Feldtermin. Einen vorläufigen Kurzbericht zum Baugrundmodell senden wir auf Wunsch noch am selben Tag.
