Die DIN EN ISO 17892-12 fordert für bindige Böden eine präzise Bestimmung der Konsistenzgrenzen. In Gera mit seinen tonig-schluffigen Verwitterungsböden über Buntsandstein ist diese Klassifikation kein Formalismus. Sie entscheidet über Tragfähigkeit, Setzungsverhalten und Frostempfindlichkeit des Baugrunds. Für Projekte in den Hanglagen östlich des Elstertals liefern die Atterberg-Grenzen Kennwerte, die direkt in die Bemessung von Fundamenten einfließen. Unser Labor prüft nach DIN 18122-1:2020 und ermittelt Fließgrenze, Ausrollgrenze sowie Plastizitätszahl innerhalb eines Arbeitstages. Die Proben stammen aus Ihrem Bohrprofil in Gera. Die Auswertung erhalten Sie mit klarer Zuordnung nach DIN 18196.
Die Plastizitätszahl trennt in Gera den tragfähigen Baugrund vom Problemboden – oft liegen beide im selben Profil nur Zentimeter auseinander.
Unser Ansatz
Standortspezifische Faktoren
Der östliche Hangbereich von Gera, etwa in Richtung Leumnitz oder Trebnitz, zeigt verbreitet residuale Tonböden mit wL-Werten zwischen 35 und 55 Prozent. Solche mittelplastischen Tone der Gruppe TM reagieren auf Niederschlag mit Volumenänderungen, die Risse in Bodenplatten erzeugen. Die Setzungsdifferenzen werden durch wechselnde Konsistenz im Profil verstärkt. Wird die Plastizitätszahl ignoriert, steht die Bewehrung im Fundament unter Spannung, für die sie nicht bemessen wurde. Bei ausgeprägt plastischen Böden der Gruppe TA mit Ip über 30 Prozent empfehlen wir ergänzend den Triaxialversuch zur Bestimmung der Scherfestigkeit. Die Konsistenzzahl Ic unter 0,75 signalisiert weichen bis breiigen Zustand – ein Warnsignal für jede Baugrube in Gera.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-12:2022-08 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 12: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18122-1:2020-11 – Baugrund – Untersuchung von Bodenproben – Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) – Teil 1: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18196:2023-02 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 1054:2021-04 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau
Weitere Fachleistungen
Fließgrenze nach Casagrande
Bestimmung des Wassergehalts beim Übergang von plastischem zu flüssigem Zustand. 4-Punkt-Messung mit 25 Schlägen Referenzpunkt. Geeignet für bindige Böden mit Korngröße unter 0,4 mm.
Ausrollgrenze und Plastizitätszahl
Manuelle Bestimmung des Wassergehalts beim Übergang von halbfestem zu plastischem Zustand. Berechnung der Plastizitätszahl Ip als Differenz. Klassifikation nach DIN 18196 Gruppen TL/TM/TA.
Konsistenzbestimmung komplett
Kombination von Atterberg-Grenzen mit natürlichem Wassergehalt zur Ermittlung der Konsistenzzahl Ic. Direkte Aussage zu Zustand (fest, halbfest, steif, weich, breiig) und Bearbeitbarkeit.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Welche Probenmenge benötigt das Labor für die Atterberg-Grenzen in Gera?
Wir benötigen mindestens 200 g Feinkorn mit Korngröße unter 0,4 mm. Bei gestörten Proben aus dem Bohrstock oder der Schürfgrube reichen etwa 500 g Gesamtmaterial. Die Probe sollte luftdicht verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt.
Wie lange dauert die Bestimmung der Atterberg-Grenzen?
Die Prüfung ist innerhalb von 24 Stunden nach Probeneingang abgeschlossen. In dringenden Fällen bieten wir einen Express-Service mit Ergebnis am selben Tag an, sofern die Probe bis 10 Uhr vorliegt.
Was kosten die Atterberg-Grenzen in Gera?
Die Bestimmung von Fließgrenze und Ausrollgrenze inklusive Plastizitätszahl liegt bei 50 bis 80 Euro pro Probe. Bei mehr als fünf Proben aus demselben Bauvorhaben gelten reduzierte Staffelpreise.
Warum sind die Atterberg-Grenzen in Gera wichtiger als in anderen Regionen?
Gera steht auf Buntsandstein mit mächtigen Verwitterungsdecken. Die tonig-schluffigen Residualböden reagieren extrem auf Wasseraufnahme. Die Plastizitätszahl zeigt, ob der Boden bei Niederschlag quillt oder schrumpft. Ohne diesen Wert lassen sich Setzungsdifferenzen nicht vorhersagen.
