Geras Baugrund erzählt eine Geschichte, die mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann. Die Textilfabriken entlang der Weißen Elster brauchten massive Fundamente, und schon damals kämpften die Baumeister mit den wechselhaften Böden der Flussaue. Heute, wo die Stadt ihr Stadtzentrum um die Bundesgartenschau-Flächen herum neu definiert und auf dem ehemaligen Bahngelände an der Saale-Elster-Talbrücke Wohnquartiere entstehen, reicht Erfahrung allein nicht mehr aus. Der Triaxialversuch liefert uns die Kennwerte, die moderne Tragwerksplaner brauchen – nicht als abstrakte Laborübung, sondern als direkte Antwort auf die Frage, wie sich der verwitterte Buntsandstein unterhalb der Hanglehmdecke unter Last verhält. In unserer täglichen Arbeit sehen wir, dass ohne diese Werte selbst ein durchdachtes Baugrundgutachten Lücken lässt, die später teuer werden können. Gerade wenn Sie in Hanglagen wie in Untermhaus oder im Bereich der ehemaligen Bergbaugebiete am Osthang planen, ist die Kombination aus Felduntersuchung und dem Sondierung mittels SPT-Bohrung der erste Schritt, bevor die Probe in unsere Triaxialzelle kommt.
Der Triaxialversuch bildet den Spannungszustand im Untergrund realitätsnah ab und vermeidet so die konservativen Annahmen einfacherer Verfahren.
Unser Ansatz
Standortspezifische Faktoren
Der Untergrund in Gera ist geprägt von den Ablagerungen der Elster-Kaltzeit: Geschiebemergel wechselt sich mit Schmelzwassersanden ab, und im Stadtzentrum liegen darüber oft mehrere Meter anthropogene Auffüllungen aus der Gründerzeit. Diese Wechsellagerung ist tückisch, weil eine einzige dünne, wassergesättigte Sandlinse unter einer tragfähigen Mergelschicht zum Auslöser eines Grundbruchs werden kann. Wenn dann noch die Hangneigung von über 6° im Osten der Stadt dazukommt, wie im Bereich um die Villenstraße, addieren sich die Risiken. Ein undrainierter Triaxialversuch (CU) zeigt uns, ob die Kohäsion unter schneller Belastung – etwa bei Starkregen nach einer Trockenperiode – abrupt abfällt. Wir haben Fälle dokumentiert, wo allein dieser Nachweis eine aufwändige Baugrubensicherung mit Spundwänden vermeidbar machte, weil der Boden wider Erwarten ausreichend Dränagefähigkeit besaß. Ohne diese Prüfung wäre man auf der sicheren, aber teuren Seite geblieben.
Normativer Rahmen
DIN 18137-2: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte - Bestimmung der Scherfestigkeit - Teil 2: Triaxialversuch, DIN EN ISO 17892-8: Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Laborversuche an Bodenproben - Teil 8: Unkonsolidierter undränierter Triaxialversuch, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik - Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds
Weitere Fachleistungen
CD-Triaxialversuch (drainiert)
Für langfristige Standsicherheitsbetrachtungen, etwa bei dauerhaft wirksamen Böschungen oder Gründungen auf durchlässigen Böden. Der vollständig drainierte Versuch liefert die effektiven Scherparameter φ' und c', die in jede FE-Berechnung eingehen.
CU-Triaxialversuch (undrainiert)
Simuliert die schnelle Belastung bindiger Böden, wie sie beim Aushub oder bei plötzlicher Lasterhöhung auftritt. Wir messen den Porenwasserdruckaufbau und bewerten das Verflüssigungspotenzial.
Mehrstufiger Triaxialversuch
An einer einzigen Probe werden mehrere Laststufen gefahren. Das spart Probenmaterial und eignet sich besonders für heterogene Auffüllungen, wo eine Vielzahl von Einzelproben kaum repräsentativ zu gewinnen ist.
Triaxialversuch mit kleinen Dehnungen
Mit lokalen Dehnungsaufnehmern messen wir die Steifigkeit im Bereich sehr kleiner Verformungen. Diese Kennwerte benötigen Sie für Setzungsberechnungen bei verformungsarmen Bauwerken oder Maschinenfundamenten.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Was kostet ein Triaxialversuch in Gera?
Ein Standard-Triaxialversuch (eine Laststufe, CD oder CU) liegt je nach Probenvorbereitung und Messumfang zwischen 1.780 und 2.330 Euro. Mehrstufige Versuche oder solche mit Porenwasserdruckmessung liegen im oberen Bereich. Wir erstellen Ihnen gern ein verbindliches Angebot, sobald Probenanzahl und Versuchstyp feststehen.
Wie viele Proben brauche ich für eine aussagekräftige Triaxialprüfung?
Pro homogener Bodenschicht empfehlen wir mindestens drei Einzelproben, um die Streuung der Scherparameter beurteilen zu können. Bei stark heterogenen Auffüllungen oder Hanglehmen in Gera kann es sinnvoll sein, fünf oder mehr Proben zu testen, damit die Statistik belastbar wird.
Können Sie die Proben direkt auf der Baustelle in Gera entnehmen?
Ja, wir koordinieren die Probenentnahme mit unseren Bohrteams, die mit dem geologischen Untergrund in Ostthüringen vertraut sind. Wir gewinnen ungestörte Proben in Ausstechzylindern oder als Kernproben und transportieren sie erschütterungsfrei ins Labor.
Welche Norm ist für den Triaxialversuch in Deutschland maßgebend?
Die Durchführung erfolgt nach DIN 18137-2 und DIN EN ISO 17892-8. Diese Normen legen die Versuchsdurchführung, die Messung der Porenwasserdrücke und die Auswertung der Scherparameter verbindlich fest. Für die Bemessung nach Eurocode 7 sind diese Normen die Grundlage.
