In Gera treffen wir regelmäßig auf eine geologische Situation, die den Laboralltag prägt: verwitterte Tonschiefer des Ordoviziums, gemischt mit quartären Terrassenschottern der Weißen Elster. Wer hier baut, kennt das Problem – die Sieblinie eines Aushubs liegt selten im einfachen Bereich. Entweder man hat bindigen Hanglehm mit hohem Feinkornanteil oder rollige Kiessande, die kaum Plastizität zeigen. Eine normgerechte Korngrößenanalyse nach DIN 18123 ist dann der erste Schritt, um die bautechnische Eignung zu bewerten. Unser Labor in Gera führt die kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse durch, weil nur so das gesamte Kornspektrum abgebildet wird. Bevor ein Bebauungsplan in Kraft tritt, lohnt sich oft der ergänzende Blick auf den Plattendruckversuch direkt am Aushubplanum, um die Verdichtbarkeit des anstehenden Materials zu prüfen.
Die Sieblinie ist kein Selbstzweck – sie entscheidet über Verdichtbarkeit, Filterstabilität und Frosthebungsrisiko im Geraer Untergrund.
Unser Ansatz
Standortspezifische Faktoren
Die DIN 4020 verlangt in Gera eine Baugrundbeurteilung, die ohne klassifizierte Kornverteilung nicht möglich ist. Das größte Risiko sehen wir in Fehleinschätzungen bei gemischtkörnigen Böden: Ein tonig-schluffiger Kies mit hohem Feinkornanteil kann nach Sieblinie als gut verdichtbar erscheinen, versagt aber bei Wassersättigung, weil der Porenraum zusetzt. In den Hanglagen um Lusan oder Bieblach-Ost, wo Verwitterungslehme bis 3 m Mächtigkeit anstehen, führt eine falsche Einstufung zu Setzungsschäden an Flachgründungen oder zum Versagen von Rigolen. Auch bei der Herstellung von Erdbaustoffen nach RuV-StB 15 ist die exakte Körnungsband-Einhaltung zwingend; Abweichungen im Feinkornbereich unter 0,063 mm gefährden die Frostsicherheit des gesamten Oberbaus. Wir dokumentieren jede Charge mit Prüfprotokoll, denn im Schadensfall zählt nur die lückenlose Qualitätssicherung nach RAP Stra.
Erklärvideo
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-4:2017-04 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18123:2011-04 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik
Weitere Fachleistungen
Kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Vollständige Kornverteilungskurve von Ton bis Grobkies. Inklusive Nasssiebung bei bindigen Proben und Aräometerversuch im Sedimentationszylinder. Ausgabe von Cu, Cc und kf-Wert (abgeschätzt).
Frostsicherheitsbewertung
Einstufung in Frostempfindlichkeitsklassen F1–F3 nach ZTV E-StB, basierend auf Feinkornanteil und Ungleichförmigkeit. Anwendungsbezogen für Erdplanien, Frostschutzschichten und Dämme in Ostthüringen.
Qualitätssicherung Erdbaustoffe
Kontinuierliche Eigen- und Fremdüberwachung von Lieferkörnungen nach TL SoB-StB. Prüfung der Kornabstufung, Überkornanteil und Feinanteil für RAP Stra-konforme Prüfzeugnisse.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Gera?
Für eine kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse inklusive Aräometerversuch liegen die Laborkosten in Gera je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €110 und €180 pro Probe. Bei Serien von mehr als fünf Proben aus derselben Baumaßnahme reduzieren sich die Einzelkosten spürbar.
Welche Bodenarten können mit dem Hydrometerverfahren analysiert werden?
Das Aräometerverfahren nach DIN EN ISO 17892-4 deckt den Feinkornbereich unter 0,063 mm ab, also Schluff- und Tonfraktionen bis etwa 0,001 mm. Es ist anwendbar auf alle bindigen und gemischtkörnigen Böden, wie sie in Gera als Auelehm, Hanglehm oder Zersatz des Schiefergebirges auftreten.
Warum ist die Ungleichförmigkeitszahl Cu für den Erdplanumsnachweis in Gera wichtig?
Die Ungleichförmigkeitszahl Cu beschreibt die Breite der Kornverteilung. Ein hohes Cu bedeutet eine weitgestufte Körnung, die sich meist besser verdichten lässt und weniger frostempfindlich ist. Nach ZTV E-StB ist Cu ein zentrales Kriterium für die Eignung von Frostschutzmaterialien. In Geraer Hanglagen mit wechselhaften Schotter-Lehm-Wechsellagerungen entscheidet Cu oft über die Freigabe des Planums.
Wie lange dauert eine vollständige Korngrößenanalyse im Labor?
Die reine Laborzeit beträgt etwa zwei bis drei Arbeitstage, da die Hydrometeranalyse Sedimentationszeiten von 24 Stunden erfordert. Mit Vortrocknung, Probenvorbereitung und abschließender Berichterstellung ist in Gera mit einer Lieferzeit von fünf Werktagen zu rechnen. Bei Eilaufträgen und geringer Probenzahl ist eine Expressbearbeitung innerhalb von 48 Stunden möglich.
